Mäusefans mit Pollenhöschen

Franziska Wagner vom Verein "Die Summer" aus Bayreuth begeistert online für eine ganz besondere Wildbienengruppe: Die Hummeln

Ackerhummel auf Distel: Franziska Wagner
Ackerhummel auf Distel: Franziska Wagner

Mit ihrer flauschigen Behaarung und ihren muskulösen Flugapparat sind die Hummeln schon an sich etwas ganz Besonderes unter den Wildbienen. Sie sind robust, vertragen Kälte und können schon bei sehr niedrigen Temperaturen durch unsere Gärten brummen: Im Frühjahr oder auch in den frühen und späten Stunden des Tages.

Vielleicht sind sie uns deshalb auch besonders nahe und rangieren beim jährlichen Insektensommer des LBVs auch immer weit vorne auf in der Liste der Beobachtungen. Dass die Hummeln aber mehr als einen sympathiegetränkten Augenblick der Aufmerksamkeit verdienen, macht Franziska Wagner an diesem Online-Vortragsabend des LBV Neustadt-Weiden eindrücklich deutlich. Schnell schwappt die Begeisterung der studierten Biologin (auf Lehramt) für die Vielfalt und die Überlebensstrategien auf die ca. 36 Zuhörer/innen über.


Franziska Wagner (Foto: Matthias Kimpel)
Franziska Wagner (Foto: Matthias Kimpel)

Wer einmal  in Großaufnahme gezeigt bekommt, wie Hummeln ihre Pollenhöschen mit einem nassen Gemisch aus Nektar und Pollen füllen oder wie sie mit ihrer Vibrationstechnik die wertvolle Insektennahrung aus eine Pflanze schütteln, kann sich der Faszination, die von den in der Fachsprache "bombus" genannten Tieren ausgeht, entziehen ... und will sie schützen.

Dabei macht Franziska Wagner vom Verein die Summer neben vielen anderen Tipps auch deutlich, dass Hummelschutz auch immer Mäuseschutz sein muss, denn die meisten Hummelarten nutzen für ihre Nester mit den verlassenen Mäusehöhlen auch gleich das Nistmaterial der Nager für ihren Nestbau.

Wer also will, dass die Tomaten im Garten weiter reichlich Früchte tragen (das geht ohne Hummeln kaum), wird auch ein paar Mäuse im Garten dulden müssen, darf generell kein Gift einsetzen und sollte den Hummeln auch ein passendes Nahrungsangebot machen. 


Von der Ackerwitwenblume über die heimischen Ochsenzunge bis hin zu Frühlingsblühern wie den Krokussen gibt es viele Möglichkeiten, die den Garten nicht nur bunter, sondern auch hummelfreundlicher gestalten. Damit es leichter wird, auch gezielt einheimische Pflanzen zu pflanzen, engagiert sich Franziska Wagner im Rahmen des Bundesprojekts "Urbane Insektenbiotope" daher dafür, Gärtnereien zu gewinnen, die diese heimischen Kräuter aufziehen und vermarkten, so dass den Konsumenten nicht nur die üblichen oft fremden Arten zur Verfügung stehen. Diese Idee möchte die LBV Naturschutzgruppe Weiden-Neustadt auch unbedingt aufgreifen und sucht daher nach Kooperationspartnern. Wer in seinem Garten schon jetzt auch vermooste Stellen mit Altgras am Rand unter den Hecken duldet, hat übrigens die Chance, die gestalten- und farbenreiche Vielfalt der Hummeln direkt vor der eigenen Haustüre beobachten zu können. Die häufigsten neun von 44 Hummelarten durften die Zuschauer des Vortrags näher kennenlernen. Nicht nur diese neun hätten übrigens nichts dagegen, in eine Hummelburg einzuziehen, die ihnen das Nisten erleichtert.

Baumhummmel: Franziska Wagner
Baumhummmel: Franziska Wagner

Die vielen Tipps auch umzusetzen, steht also jetzt schon auf dem Programm des LBV Neustadt-Weiden fürs nächste Jahr. Den Vortrag und Kontakt zu Hummelbegeisterten findet man unter: www.neustadt-weiden.lbv.de, allerdings ohne die tiefgehenden und begeisternden Erläuterungen der Referentin. 

Vortrag - Hummeln (Kooperation - LBV Neu
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